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Nespresso Prodigio Test/Bericht

Nespresso Prodigio

Mit der Prodigio liefert Nespresso seine erste Kapselmaschine (Test), die sich per Smartphone-App bedienen lässt. Die Prodigio maximiert quasi den Bedienkomfort: Der geringe Aufwand, um mit einer Kapselmaschine Kaffee herzustellen (nämlich ein Knopfdruck), wird nochmals reduziert, indem man vor dem Aufbrühen nicht mal den Weg zur Kaffeemaschine (Test) antreten muss. Was genau bietet das neue Modell – und lohnt sich der Kauf?

Drahtlose Bedienung und Steuerung

Zunächst installiert man die Nespresso-App auf Smartphone oder Tablet. Anschließend koppelt man das mobile Gerät mit der Kapselmaschine per Bluetooth. Diese drahtlose Technik funktioniert, anders als WLAN, nur in einem gewissen Radius von einigen Metern. Manchmal muss man das Pairing zudem mehrfach versuchen, da Smartphones andere Geräte nicht immer sofort wiedererkennen. Grundsätzlich funktioniert das aber gut.

Alles Weitere ist relativ schlicht gelöst: Einlegen muss man die Kapsel vor dem Brühen selber – man spart sich also nur den Weg zur Maschine in dem Moment, wo man Appetit auf einen Caffè bekommt. Es ist aber auch möglich, eine Startzeit zu setzen: Dann brüht die Prodigio zu einer vorgegebenen Uhrzeit den Espresso auf. Die App hat noch einige Service-Funktionen, die sich aber nicht direkt auf die Zubereitung beziehen, dazu unten mehr.

Ganz wichtig: die Prodigio funktioniert auch ganz ohne Smartphone, ohne App und ohne Bluetooth nutzen. Alle normalen Funktionen zur Zubereitung stehen auch dann zur Verfügung. Man verzichtet lediglich auf die „Fernsteuerung“ des Brühvorgangs, auf die Einstellung der Wasserhärte sowie auf die ausführlichen Service-Hinweise ans Smartphone – dazu gleich mehr im Detail.

Allgemeine Ausstattung

Die Besonderheiten liegen nicht nur in den Vorteilen der Bluetooth-Steuerung und App-Funktionen. Zudem lassen sich auch 3 Tassenfüllmengen am Gerät vorprogrammieren: Ristretto, Espresso oder Lungo – viele andere Modelle bieten nur 2 programmierbare Größen. Integriert ist auch ein automatischer Kapselauswurf, der sich von den übrigen Geräten abhebt.

Die Brühgruppe entspricht derjenigen aller anderen Nespresso Maschinen (Test), der sehr gute Espresso ist daher angenehm „cremoso“, Konsistenz und Geschmack sind authentisch. Mit 25,5 x 37,4 x 12,0 cm und 2,95 kg ist die Prodigio zudem eine der kleinsten und leichtesten Geräte im Sortiment. Der Wassertank lässt sich darüber hinaus hinten oder seitlich platzieren – top für alle, die wenig Platz haben.

Eine orange leuchtende LED ist hinter den drei Tasten für die verschiedenen Tassengrößen in die Umrandung eingelassen. Leuchtet sie nicht, kann man sie kaum ausfindig machen. Geht sie aber an, leuchtet ihr Licht sehr gut und weist auf einen erforderlichen Service hin – entweder muss man dann den Kapselbehälter leeren, Wasser nachfüllen oder eine Entkalkung durchführen.

Als weitere Funktion gibt es in der Variante „Prodigio & Milk“ einen integrierten Milchaufschäumer. Dieser Aeroccino ist auch von anderen Nespresso Geräten bekannt. Ansonsten sind beide Versionen baugleich. In Design und Aufbau (mit dem verstellbaren Wassertank) ähnelt das Modell insgesamt der Nespresso U, dem Modell „unterhalb“ der Nespresso Inissia (Test).

Nespresso Prodigio Test/Bericht App
Die App-Steuerung der Nespresso Prodigio im Test ist einfach und übersichtlich.

Lieferumfang

In unserer Prodigio-Packung, die wir wie immer anonym gekauft haben, waren neben der eigentlichen Maschine noch folgende Bestandteile inklusive:

  • Eine 16er-Auswahl verschiedener Nespresso Sorten. Da es aktuell insgesamt bereits 23 Sorten gibt, fehlen naturgemäß einige. Trotzdem ein guter Überblick, um schon mal die ersten Favoriten zu ermitteln.
  • Zwei Wasserhärte-Testmesser. Dazu füllt man lediglich etwas Leitungswasser in eine Tasse und hält das Messstäbchen eine Sekunde hinein. Anschließend zeigt es die Wasserhärte vor Ort in einer von 5 Stunfen an. Die Wasserhärte kann man dann per App auf der Prodigio einstellen. Dadurch soll die Zubereitung auf das Wasser angepasst werden.
  • Ein Willkommens-Booklet mit den Basis-Infos zu Nespresso im Allgemeinen, von einer Sorten-Übersicht bis zu Bestellhinweisen.
  • Eine ausführliche Bedienungsanleitung.
  • Eine sehr kurze „Connect your Machine“ Anleitung, die allerdings nur aus drei Stichpunkten besteht: App downloaden, starten und Maschine koppeln.

Weitere Funktionen der App

Neben der Aktivierung der Maschine hat Nespresso sich noch weitere App-Funktionen ausgedacht. Die Kaffemaschine sendet alles, was man wissen muss, auf das Smartphone. Der User erhält daher in folgenden Fällen Hinweise.

Kapselvorrat auffüllen

wenn der Kapselvorrat sich dem Ende zuneigt. Dafür muss man zunächst in der App angeben, wie viele Kapseln man noch im Vorrat hat. Zwischen 1 und 999 lassen sich einstellen. Mit jedem Brühvorgang zählt die App dann um 1 nach unten. Ist die Anzahl gering, erinnert sie einen, Nachschub im Online-Shop zu bestellen. Das ist also eher eine Methode, um Nachkäufe zu sichern. Denn: Um die App zu nutzen, muss man sich zunächst im Nespresso Club online registrieren. Inklusive E-Mail und Adresse. Dadurch kann man also als Kunde direkt beliefert werden – nur die Zahlungsdaten fehlen dafür noch.

Kapselbehälter leeren

Wenn man gerade frisch einen Espresso brühen möchte, will man sich nicht nach dem Kapselauswurf mit dem entleeren eines übervollen Behälters beschäftigen. Insofern ist es schon komfortabel, dass die Prodigio rechtzeitig einen Hinweis gibt. Das erfolgt einerseits über die App. Außerdem leuchtet das Service-LED am hinteren, oberen Rand der Maschine auf. Das ist allerdings nicht ganz so aussagekräftig, da es auch bei anderen Service-Themen angeht. Dazu gehören eine erforderliche Entkalkung oder ein leerer Wassertank.

Wassertank nachfüllen

Ärgerlich ist bei den Basis Nespresso-Modellen, wenn man gerade die Zubereitung startet und dann statt des heißen Espresso nur etwas Luft aus dem Auslauf sprotzelt. Der Grund ist in der Regel, dass man kein oder zu wenig Wasser im Tank hatte. Die Prodigio hilft, das zu vermeiden. Allerdings nur auf etwas umständliche Art: Man kann in der App über einen Button den Wasserstand anzeigen lassen. Bis das erledigt ist – und vor allem: falls man daran gedacht hat – kann man auch eben auf der Rückseite nachsehen. Schöner wäre eine automatische Warnung, wenn man dennoch den Brühvorgang startet.

Wartung und Entkalkung

Kaum hat man eine neue Maschine gekauft, merkt man wieder, wie viel sauberer der Kaffee ausläuft, wie viel klarer das Wasser beim Durchspülen ist – und nimmt sich vor, regelmäßig die Kaffeemaschine zu entkalken. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Die Prodigio hilft hier, indem sie einerseits über die Service-LED, andererseits auch per Icon in der App hei Bedarf darauf hinweist. Die eigentliche Entkalkung kann man allerdings nicht via Handy steuern, sondern wie gewohnt vornehmen.

Für welche Betriebssysteme?

Die App gibt es sowohl für Handys und Tablets von Apple als auch für Android. Ab Android OS 5.0 sowie iOS 8.1 kann man die App nutzen.

 Vorteile

  • Drahtlose Bedienung
  • Sehr guter Espresso
  • Service-Funktionen per App

 Nachteile

  • Deutlich teurer als ähnliche Modelle ohne Bluetooth

Auswahl und Preise

Die Prodigio gibt es einmal als Modell von Krups, zum anderen als DeLonghi Version. Beide sind technisch baugleich. Äußerlich unterscheiden sie sich gerinfgügig: Die Form des Auslaufs ist etwas anders, außerdem ist die DeLonghi Variante etwas heller: Die Front ist hierbei „silber“, bei Krups dagegen „titan“ (etwas dunkler). Das weitere Gehäuse ist bei beiden anthrazit. Soweit wir bisher sehen konnten, ist die Krups-Variante in der Regel etwa 10 bis 20 Euro günstiger als das Modell von DeLonghi – jedenfalls im Online-Handel.

Erhältlich ist die Nespresso Prodigio seit März 2016. Hier finden Sie Hinweise auf Angebote, wenn Sie das Modell online kaufen möchten.