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Kaffeekapsel Test: Saquella "decaffeinato"
Kaffeekapsel Test: Saquella "decaffeinato"

Saquelle Kapseln Tim est: Eine Alternative?

Eigentlich war ein Kaffeekapsel Test gar nicht geplant. Immerhin ist es aufwändig genug, einzelne Kaffeekapselmaschinen unter die Lupe zu nehmen. Aber ich nutze nun einmal für Espresso auf die Schnelle am liebsten eine Nespresso Maschine. Die macht den Espresso für meinen Geschmack extrem gut und ich habe immer die verschiedenen Aromavariationen abrufbereit im Regal, die ich am liebsten trinke – Kapsel rein, einmal drücken, fertig.

Spontaner Anlass zum Test

Wie kam es also zu dem Saquelle Test? Es war eher Zufall. Ich wollte abends einen entkoffeinierten Espresso trinken, doch die Nespresso Stange „decaffeinato intenso“ war leer. Eine Onlinebestellung wäre frühestens am Tag darauf eingetroffen. Also die Lösung: In den Supermärkten gibt es seit einiger Zeit diverse Konkurrenzprodukte mit passenden Abmessungen für den Automaten. Der Abstecher zum REWE war kein Problem, und ich stand vor einer großen Auswahl.

Saquella, Jacobs und andere Kaffeekapseln für Nespressomaschinen

Im REWE gibt es aktuell wohl drei Anbieter, die die Marktlücke nutzen wollen, dass Nespresso seine Kapseln nicht im Supermarkt vertreibt und sein Monopol auf entsprechende Kapselformen verloren hat. Das sind Senseo, Jacobs und Saquella. Wie ich vom Mitarbeiter erfuhr, war Senseo der erste Hersteller dort im Sortiment, danach kam Jacobs, zuletzt vor kurzem Saquella. Natürlich gibt es auch noch andere Hersteller, aber eben nicht im entsprechenden Markt. Daher konzentrierte ich mich der Einfachheit halber zunächst mal auf das dortige Angebot.

Saquella Kaffeekapseln ohne Koffeein

Aus dem Bauchgefühl heraus habe ich mich zunächst mal für Saquella „bar italia“ entschieden, da Jacobs anscheinend keine entkoffeinierte Sorte anbietet und die dritte Marke – Senseo – nicht so neugierig machte. Von ihr hätte es allerdings auch eine „decaffeinato“ Variante zu kaufen gegeben, die ich als nächstes ausprobieren möchte. Zuerst aber hieß es nach dem Einkauf: Nach Hause, Maschine einschalten und Saquella „bar italia“ Kaffeekapseln testen. Hierbei ist zu bemerken, dass anders – als beim Original von Nespresso – die Kaffeekapseln hier nicht nur in einen Karton, sondern zusätzlich in eine Schutzhülle verpackt sind, die anscheinend aus einer Art festem Kunststoff mit einer Innenseite aus Aluminium(?) besteht. Die Kapsel selber hat wiederum einen Korpus aus milchig-transparentem Kunststoff und einen Deckel aus (vermutlich, dem Augenschein nach) Aluminium. Weil die Kapsel selber dadurch Aroma verlieren würde, muss also eine Zusatzhülle her – das ist leider auch zusätzlicher Müll. Die Menge an Kapseln ist wie beim Original: 10 Stück. Dafür war der Preis besser: Die Schachtel kostete 2,99 €, online habe ich sie inzwischen schon für 2,49 € gesehen – für eine Stange Nespresso „decaffeinato intenso“ sind dagegen 3,50 € fällig.

Saquella Kaffeekapsel Decaffeinato
Saquella Kaffeekapsel Decaffeinato: In der zusätzlichen Schutzhülle und ausgepackt.

Technik und Geschmack im Test

Der Test ging schon mal „gut“ los: Ich lasse die Saquella Kaffeekapsel wie immer in den Kapselschacht fallen – und sie fällt direkt bis in den Auffangbehälter für die gebrauchten Kapseln durch. Hm, das kann mal vorkommen, also einfach noch mal in den Schacht – wieder bis unten durchgefallen. Nachdem das wieder und wieder passiert war, kam ich auf eine Notlösung: Ich nahm den Auffangbehälter aus der Maschine (ich nutze eine Nespresso Citiz, für die der Kaffee trotz Schreibfehler „Citix“ auf der Packung 😉 kompatibel sein soll).

Von unten konnte ich dann die Kapsel an die Stelle heben, wo sie normalerweise von alleine steckenbleibt. In dieser Position hielt ich sie auf der Fingerkuppe, und schloß den Hebel vorsichtig, bis die Kapsel gut im Zylinder lag. Dann Finger wegziehen und den Hebel ganz schließen.

Für das Schließen war viel mehr Druck nötig als bei den original Nespresso Kapseln. Nachdem das mehr Probleme bereitet hatte, als ich je gedacht hätte (ist das so schwierig, den Kapseln das richtige Format zu geben?) war ich jetzt auf den Geschmack gespannt – zumal ich ja sowieso endlich meinen Espresso trinken wollte.

Die Geschmacksprobe

Zuerst fiel mir in der Tasse der typisch dunkle Espresso auf, bevor sich eine schöne Crema bildete – sowohl von der Konsistenz als auch von der Farbe her sah alles bestens aus. Auch das Aroma schien zu stimmen, der Duft war angenehm würzig. Im Geschmack war ich dann aber leider sehr enttäuscht.

Der entkoffeinierte Espresso von Saquella „bar italia“ schmeckte recht flach, mit deutlichen bitteren Noten, dabei aber zugleich wässrig. Das aromatische, vollmundig-würzige Aroma, das ich von den Nespresso Kapseln „decaffeinato intenso“ kenne, fehlte dagegen. Das Saquella Aroma erinnerte mich eher an den Geschmack von Espresso-Kaffeepads, die ich aus dem Kaffeepadmaschine Test kenne: Dort ist das eher flache Aroma aber der Tatsache geschuldet, dass viel mehr Wasser verwendet wird und dass nur mit ca. 2 bar statt, wie hier, mit 15 bar Druck gearbeitet wird.

Mehrere Versuche

Um zu testen, ob die unpraktische Handhabung oder der Geschmack nur ein Zufall waren, habe ich noch zwei weitere Saquella Kaffeekapseln getestet (von derselben Sorte, ich hatte nur diese eine gekauft). Das Ergebnis war aber jedesmal dasselbe. Wobei eine Kapsel beim dritten „normalen“ Einlegen dann doch einmal hängen blieb. Aber sowohl das Durchrutschen als auch der ungewohnt hohe Kraftaufwand zum Schließen sowie die gute Crema und der für mich persönlich zu wässrig-bittere Geschmack waren immer identisch.

Weitere Kaffeekapseln für Nespresso im Test

Ich hätte mich zwar gefreut, eine tolle Alternative im Supermarkt gefunden zu haben, aber das war für meinen persönlichen Geschmack bei den entkoffeinierten Saquella Kapseln nicht der Fall. Dennoch bin ich auf den Geschmack gekommen, was Kapseln aus dem Supermarkt-Regal angeht. Auch die Marke Saquella ist für mich weiter interessant, möglicherweise schmeckt mir eine der anderen Sorten ja sehr gut. Immerhin kann der Preis ja auch noch ein attraktives Argument sein. Ich werde die einzelnen Sorten sporadisch durchprobieren und euch von meinen Geschmackstests berichten.